Essen wir zu viele Kohlenhydrate?

Wer isst nicht gerne Kohlenhydrate? Pizza, Kuchen, Muffins, Eis, Schokolade, Reis, Nudeln, Kartoffeln usw. – überall sind Kohlenhydrate enthalten. Manche Nährstoffe haben mehr, manche weniger. Manche verträgst Du besser, manche schlechter.

Kohlenhydrate sind nicht gut und nicht böse. Es ist der meist falsch verstandene Nährstoff unserer modernen Ernährung und der Bedarf ist der individuellste aller drei Makronährstoffe (Protein, Fett, Kohlenhydrate).

In dem Artikel Grundlegendes über die Ernährung gehe ich auf das Thema Ernährung ein und erwähne auch etwas über den Makronährstoff Kohlenhydrate. In diesem Artikel steige ich etwas tiefer in das Thema Kohlenhydratkonsum und ihre Folgen ein.

In Gegensatz zu Eiweiß und Fett sind Kohlenhydrate keine lebensnotwendigen Nährstoffe. Jeder der diesen Artikel liest und ab sofort für den Rest seines Lebens komplett auf Kohlenhydrate verzichten würde, würde überleben und vermutlich besser leben.

Ich spreche hier nicht von Low-Carb Diäten oder ähnlichem. Es geht lediglich darum, sich seinen Zucker zu verdienen. Einen vollgetankten Wagen würdest Du auch nicht noch weiter mit Benzin volltanken, denn das wäre reine Geldverschwendung. Ähnlich ist es mit den Carbs. Sind Deine Zellen gefüllt, brauchst Du keine mehr.  Der Unterschied zwischen Auto und Mensch ist der, dass beim Auto das überschüssige Benzin einfach auslaufen und außer Gestank und einer verschmutzten Karosserie keine weiteren Schäden hinterlassen würde. Der menschliche Körper/ Stoffwechsel funktioniert in dieser Hinsicht anders. Auch wenn du bereits genug Kohlenhydrate verzehrt hast, tut der Körper alles dafür, um sie aufzunehmen.

Kohlenhydrate werden in Glukose umgewandelt und in unsere Zellen transportiert, wo sie „gelagert“ werden. Um dies zu ermöglichen bedarf es eines weiteren Stoffs: Insulin. Insulin (auch das Hormon des Altern genannt) ist ein Speicherhormon und wird in der Bauchspeicheldrüse produziert und bei Erhöhung des Blutzuckerspiegels, also z. B. nach dem Verzehr von Kohlenhydraten, ins Blut ausgeschüttet. Das Insulin ist der Schlüssel für die Lagerdepots der Kohlenhydrate. In anderen Worten: Das Insulin öffnet die Zellen, damit die Glukose in die Zellen gelangen kann. Der Vorgang ist somit abgeschlossen und der Blutzucker wieder gesunken.

Da heutzutage Kohlenhydrate bei einem Großteil der Bevölkerung zum Hauptnahrungsmittel geworden sind, steigt der Blutzucker öfter und stärker an. Die Bauchspeicheldrüse ist dementsprechend öfters im Einsatz und muss immer mehr Insulin produzieren, welches die Glukose zu den Zellen transportieren muss. Aufgrund des ständigen Nachschubs sind die Lager irgendwann voll. Deine Zellen können keine Kohlenhydrate mehr aufnehmen und hängen ein „Geschlossen Schild“ vor die Pforten um sich vor dem Überangebot zu schützen. In anderen Worten: Der Schlüssel passt nicht mehr ins Schloss, die Glukosetransporter sprechen nicht mehr auf normale Insulinmengen an.

Was sind die Folgen dieser resultierenden Insulinresistenz? 

Wie bereits oben erwähnt, würde das Benzin, welches zu viel ist, einfach aus dem Tank Deines Wagens heraus fließen und keine weiteren Schäden für die Inbetriebnahme bedeuten. Unser Körper jedoch versucht sich immer für einen Notfall zu rüsten und speichert alles was er kriegen kann. So produziert er mehr Insulin um die Glukose regelrecht in die Zellen zu pressen. Dies resultiert sich gleichzeitig in erhöhter Fettproduktion um die nicht verbrauchten Kohlenhydrate in Energiereserven umzuwandeln, eben für schlechte Zeiten. Da Hungersnöte zumindest in der westlichen Welt nicht mehr zum Alltag gehören, werden die Fettdepots nicht aufgebraucht. Somit bleibt auch das Problem der Überzuckerung, also des chronisch erhöhten Blutzuckerspiegels nicht gelöst, sondern verschlimmert sich nur. Die Bauchspeicheldrüse ist ermüdet und produziert kaum noch Insulin. Der erste Schritt in Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes  ist getan.

Ein stabiler und möglichst niedriger Blutzuckerspiegel ist das Ziel.

Wie manage ich am besten meinen Blutzuckerspiegel? Um den Blutzuckerspiegel konstant niedrig zu halten und keine größeren Anstiege zu verzeichnen ist es wichtig seinen Kohlenhydratkonsum anzupassen. Bei Verzehr von Kohlenhydraten solltest Du Dir immer die folgende Frage stellen: Habe ich mir meine Kohlenhydrate verdient?

Kohlenhydrate sind reine Energieträger. Im Umkehrschluss heißt es, umso mehr Energie Du verbrauchst, umso mehr Kohlenhydrate hast Du verdient und umgekehrt. Ein paar Beispiele um es zu verdeutlichen:

  • Büroangestellter, Körpergewicht 80kg, Körperfettanteil 22 Prozent, 3 Stunden Training pro Woche – 1 Kohlenhydratmahlzeit pro Woche
  • 100- Meter-Sprinter, Körpergewicht 90kg, Körperfettanteil 5 Prozent, 10 Stunden Training pro Woche – 1 Kohlenhydratmahlzeit pro Tag am Abend
  • Eisschnellläuferin, Körpergewicht 60kg, Körperfettanteil 9 Prozent. 25 Stunden Training pro Woche – Kohlenhydrate zu jeder Mahlzeit außer dem Frühstück an jedem Tag pro Woche

Nun sollte deutlich werden, dass die drei wichtigsten Faktoren, die Deinen Bedarf bestimmen, Muskelmasse, Körperfettanteil und Aktivitätslevel sind.

Nun vergewissere Dich selber, zu welcher Personengruppe Du gehörst und wie viele Kohlenhydrate Du zu Dir nehmen solltest um Deine Ziele zu erreichen. Um Deinen individuellen Kohlenhydratbedarf zu bestimmen, wende ich die YPSI Hautfaltenmessung Methode an. Wenn du Deine Hautfalten messen lassen willst, biete ich einen kostenfreien Termin dafür an. Näheres erfährst du hier.


Quelle: Buch: Dein bestes Training, YPSI Seminar Modul 4 – Makro und Mikronährstoffe; Buch: Lass dich nicht vergiften von Dr. med. Joachim Mutter; www.ypsi.de

Bild: © Pixabay.com

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